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Beweglichkeit lässt sich auch im höheren Alter trainieren. Entscheidend ist nicht, wie lange du keinen Sport gemacht hast, sondern dass der Einstieg zu deiner aktuellen Beweglichkeit, Kraft und Sicherheit passt.
Woran merkst du im Alltag, dass Beweglichkeit fehlt?
Beweglichkeit zeigt sich nicht erst beim Sport. Meist fällt sie bei ganz normalen Dingen auf.
Vielleicht wird das Schuhe binden mühsamer. Beim Ausparken lässt sich der Kopf nicht mehr so weit drehen wie früher. Stiegen fühlen sich anstrengender an oder das Aufstehen aus einem tiefen Sessel braucht mehr Schwung. Solche Veränderungen können unterschiedliche Ursachen haben. Neben der Beweglichkeit spielen dabei auch Kraft, Koordination, Beschwerden oder Gewohnheiten eine Rolle.
Wichtig ist deshalb, Beweglichkeit nicht isoliert zu betrachten. Ein Gelenk kann ausreichend beweglich sein und eine Bewegung trotzdem schwerfallen, wenn die nötige Kraft fehlt. Umgekehrt hilft viel Kraft nur begrenzt, wenn eine Bewegung durch Schmerzen oder eingeschränkte Beweglichkeit nicht gut möglich ist.
Das bedeutet nicht, dass jede Veränderung behandelt werden muss. Wenn sie dich im Alltag einschränkt oder du bestimmte Bewegungen zunehmend vermeidest, kann es aber sinnvoll sein, genauer hinzuschauen.
Auch wenn du schon länger wenig Bewegung gemacht hast, ist ein Einstieg grundsätzlich möglich. Beweglichkeit und körperliche Fähigkeiten bleiben trainierbar – unabhängig davon, wann du damit beginnst.
Reicht Spazierengehen oder braucht es gezieltes Training?
Spazierengehen, Gartenarbeit, Radfahren oder Bewegung im Alltag sind wertvoll. Sie bringen dich in Bewegung und helfen dabei, körperlich aktiv zu bleiben. Gezieltes Training verfolgt zusätzlich ein bestimmtes Ziel.
Wenn du beispielsweise Schwierigkeiten hast, aus einem niedrigen Sessel aufzustehen, kann gezieltes Training die dafür benötigte Kraft und Bewegung berücksichtigen. Wenn dir das Umdrehen beim Gehen unsicher vorkommt, kann das Gleichgewicht stärker in den Mittelpunkt rücken.
„Sich bewegen“ und „trainieren“ sind deshalb keine Gegensätze. Beides kann sich gut ergänzen.
Beim gezielten Training wird genauer darauf geachtet, welche Bewegungen für dich gerade sinnvoll sind. Übungen, Widerstände und Bewegungsumfang können an deine Voraussetzungen angepasst werden. Das ist besonders hilfreich, wenn du lange keinen Sport gemacht hast oder unsicher bist, womit du beginnen sollst.
Du musst dafür auch kein sportliches Ziel verfolgen. Ein mögliches Ziel kann genauso sein, alltägliche Bewegungen leichter oder sicherer ausführen zu können.
Warum gehören Kraft und Gleichgewicht zusammen?
Beim sicheren Gehen arbeitet dein Körper ständig. Du verlagerst dein Gewicht von einem Bein auf das andere, fängst kleine Unebenheiten ab, steigst über eine Gehsteigkante oder reagierst, wenn sich der Untergrund verändert.
Dafür braucht es Gleichgewicht. Gleichzeitig braucht dein Körper genügend Kraft, um Bewegungen kontrollieren und bei Bedarf rasch reagieren zu können.
Sturzprophylaxe – also Maßnahmen, die das Risiko eines Sturzes reduzieren sollen – beschäftigt sich deshalb nicht nur mit dem Gleichgewicht. Auch Kraft, Beweglichkeit, Koordination und die individuelle Umgebung können dabei eine Rolle spielen.
Das heißt nicht, dass du erst unsicher gehen oder bereits gestürzt sein musst, um dich damit zu beschäftigen. Gleichgewicht lässt sich ebenso wie Kraft gezielt trainieren.
Welche Übungen sinnvoll sind, hängt allerdings von deiner Ausgangssituation ab. Besonders nach längeren Bewegungspausen ist es sinnvoll, nicht einfach irgendein Übungsprogramm aus dem Internet zu übernehmen. Ein Training sollte zu deinen Fähigkeiten, möglichen Beschwerden und deinen persönlichen Zielen passen.
Wie beginnst du, wenn du jahrelang nichts gemacht hast?
Du musst nicht dort anfangen, wo andere gerade stehen. Sinnvoll ist zuerst eine Einschätzung deiner aktuellen Situation.
Bei Beschwerden oder deutlichen Einschränkungen kann beispielsweise im Rahmen der Physiotherapie ein Befund durchgeführt werden. Dabei wird unter anderem angesehen, welche Bewegungen dir schwerfallen, wo Beschwerden auftreten und welche körperlichen Voraussetzungen für dein Ziel wichtig sind.
Danach kann der Einstieg bewusst klein gehalten und angepasst werden. Es geht nicht darum, möglichst schnell viel zu schaffen. Entscheidend ist, Bewegungen kontrolliert kennenzulernen und zu beobachten, wie dein Körper darauf reagiert.
Das gilt auch für ein betreutes Bewegungstraining. Geräte und Übungen können so eingestellt oder ausgewählt werden, dass sie zu deiner aktuellen Situation passen.
Gerade wenn du lange nicht trainiert hast, kann Betreuung Sicherheit geben. Du bekommst Unterstützung bei Bewegungsabläufen und kannst Fragen direkt klären, statt selbst einschätzen zu müssen, welche Belastung gerade passend ist.
Mit zunehmender Erfahrung kann sich das Training verändern. Ausgangspunkt bleiben dabei deine eigenen Ziele und Voraussetzungen.
Wann ist Physiotherapie sinnvoll – und wann betreutes Training?
Physiotherapie ist besonders dann sinnvoll, wenn Schmerzen, Bewegungseinschränkungen oder konkrete Beschwerden im Vordergrund stehen. Das gilt beispielsweise nach Verletzungen oder Operationen sowie dann, wenn bestimmte Alltagsbewegungen nicht mehr wie gewohnt möglich sind.
In der Physiotherapie wird zunächst untersucht, was hinter der Einschränkung stehen könnte und welche Faktoren für die Behandlung wichtig sind. Darauf kann die Therapie individuell aufgebaut werden.
Betreutes Training setzt einen etwas anderen Schwerpunkt. Hier steht regelmäßige Bewegung mit gezielter Mobilisation, Kräftigung und dem Erhalt körperlicher Fähigkeiten im Vordergrund.
Die Grenzen sind dabei nicht immer scharf. Physiotherapie und Training können ineinander übergehen. Nach einer therapeutischen Phase kann beispielsweise ein betreutes Training sinnvoll sein, um weiter aktiv zu bleiben. Umgekehrt können beim Training Beschwerden auffallen, bei denen eine physiotherapeutische Abklärung sinnvoll ist.
Was für dich passt, hängt daher weniger von deinem Alter als von deiner aktuellen Situation ab.
Wann du ärztlich abklären lassen solltest
Wenn du dich grundsätzlich gesund fühlst und wieder mehr Bewegung in deinen Alltag bringen möchtest, spricht vieles dafür, mit einem passenden Einstieg zu beginnen. Es gibt aber Situationen, in denen vorher eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist.
Dazu gehören neu aufgetretene oder ungeklärte Schmerzen. Auch wiederkehrender oder neuer Schwindel sollte abgeklärt werden, bevor du mit einem neuen Training beginnst.
Wenn du in letzter Zeit gestürzt bist, solltest du ebenfalls ansprechen, wie es dazu gekommen ist. Ein Sturz kann unterschiedliche Ursachen haben. Neben Kraft und Gleichgewicht können beispielsweise Kreislaufprobleme, Medikamente, Sehvermögen oder andere Faktoren eine Rolle spielen.
Bei bekannten HerzKreislaufVorerkrankungen solltest du vor dem Beginn eines neuen Trainings mit deiner Ärztin oder deinem Arzt besprechen, welche Belastung für dich geeignet ist.
Bei plötzlich starken Beschwerden, deutlicher Atemnot, Brustschmerzen oder anderen akuten gesundheitlichen Problemen solltest du nicht mit Training beginnen, sondern medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.
Beweglich bleiben in Melk und Amstetten
Bei Max Moves gibt es sowohl Physiotherapie als auch Möglichkeiten für betreutes Training. Welcher Weg für dich sinnvoll ist, hängt davon ab, ob aktuell Beschwerden und Einschränkungen behandelt werden sollen oder ob du vor allem regelmäßig und gezielt in Bewegung bleiben möchtest.
Mit Feelgood gibt es an beiden Standorten ein Bewegungskonzept mit automatisierten Geräten. Dabei wird der Bewegungsapparat mobilisiert, gedehnt und gekräftigt. Das Training findet in ruhiger Umgebung und ohne Leistungsdruck statt.
Wenn du nach längerer Pause wieder beginnen möchtest, kann zuerst gemeinsam eingeschätzt werden, welcher Einstieg für dich passt. Physiotherapie und betreutes Training müssen dabei keine getrennten Wege sein, sondern können aufeinander aufbauen.
Mehr zum Angebot findest du für Melk unter /feelgood/ und für Amstetten unter /amstetten/feelgood/.
Über den Autor

Markus Trattner, BSc
Physiotherapeut · selbstständig seit 2014 in Physiotherapie und Rehabilitation
- Physiotherapeut, Fachhochschule St. Pölten (Jahrgang 11/14)
- Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Krankenpflegeschule Scheibbs
- Fitnesstrainer B-Lizenz, BSA Wien
- Zertifizierter LifeKinetik-Trainer
„Es verändert sich Nichts ohne dein Tun.“


