Inhalt
Prehab steht für präventive Rehabilitation. Es setzt an, bevor Beschwerden, Überlastungen oder Verletzungen entstehen — und nicht erst, wenn etwas passiert ist. Ziel ist, deinen Körper belastbarer, stabiler und beweglicher zu machen, damit du im Alltag, im Beruf und im Sport weniger anfällig bist.
Was bedeutet Prehab genau?
Der Begriff setzt sich aus „prä“ für davor und „Rehabilitation“ zusammen. Klassische Rehabilitation beginnt nach einer Verletzung oder einer Operation. Prehab dreht die Reihenfolge um: Es beginnt zu einem Zeitpunkt, an dem du noch beschwerdefrei bist oder Beschwerden gerade erst spürbar werden.
Der Gedanke dahinter ist einfach. Ein Körper, der Kraft, Beweglichkeit und Kontrolle über seine Bewegungen hat, verträgt Belastungen besser. Das gilt für die Gartenarbeit am Wochenende genauso wie für einen Skitag oder einen langen Arbeitstag am Schreibtisch.
Prehab ist dabei kein festes Übungsprogramm von der Stange. Grundlage ist immer eine Untersuchung deiner Bewegungsmuster: Wo ist die Beweglichkeit eingeschränkt, wo fehlt Kraft, welche Bewegungen weichen aus? Daraus ergibt sich, woran gearbeitet wird.
Für wen ist Prehab sinnvoll?
Prehab richtet sich nicht nur an Sportlerinnen und Sportler. Sinnvoll ist es unter anderem, wenn du
- immer wieder Rückenschmerzen hast, ohne dass eine ernste Ursache dahintersteckt
- überwiegend sitzend arbeitest und merkst, dass Beweglichkeit und Belastbarkeit nachlassen
- körperlich anstrengend arbeitest und Überlastungen vorbeugen willst
- regelmäßig Sport treibst und deine Belastbarkeit gezielt aufbauen möchtest
- nach einer Verletzung wieder aktiv werden willst, die eigentliche Therapie aber abgeschlossen ist
- eine Operation vor dir hast und die Zeit davor nutzen möchtest
- eine laufende Physiotherapie ergänzen möchtest
Ein Mindestmaß an Fitness ist keine Voraussetzung. Das Programm richtet sich nach dem, was du mitbringst, nicht umgekehrt.
Was wird bei Prehab trainiert?
Welche Schwerpunkte sinnvoll sind, ergibt sich aus der Untersuchung. In den meisten Programmen kommen diese Bereiche vor:
- Beweglichkeit dort verbessern, wo sie tatsächlich eingeschränkt ist
- Kraft in den Muskelgruppen aufbauen, die dich im Alltag stabilisieren
- Koordination und Gleichgewicht schulen, damit Bewegungen sicherer werden
- Rumpfstabilität aufbauen, weil sie Haltung und Bewegungen von Beinen und Armen mitträgt
- Belastung richtig dosieren lernen — wann mehr sinnvoll ist und wann weniger
Der letzte Punkt wird oft unterschätzt. Viele Beschwerden entstehen nicht durch zu wenig Bewegung und auch nicht durch zu viel, sondern durch eine Belastung, die zu schnell gesteigert wurde.
Wie läuft ein Prehab-Programm ab?
Am Anfang steht eine Anamnese und eine Bewegungsanalyse. Dabei geht es um deine Vorgeschichte, deine Ziele und darum, wie du dich tatsächlich bewegst — Haltung, Bewegungsmuster und muskuläre Ungleichgewichte.
Daraus entsteht ein Plan, der auf dich abgestimmt ist. Er berücksichtigt, was du erreichen willst und was körperlich gerade möglich ist.
Danach wird unter Anleitung geübt. Bei Max Moves findet das in Einzel- oder Kleingruppenbetreuung statt; in der Gruppe sind es höchstens sechs Teilnehmende, und jede Einheit wird von zwei Fachkräften aus Therapie und Betreuung begleitet.
Der Plan bleibt nicht gleich. In regelmäßigen Abständen wird nachjustiert: Was gut funktioniert, wird gesteigert, was nicht passt, wird geändert.
Organisiert ist das Programm in Blöcken zu fünf oder zehn Einheiten. Wie viele davon sinnvoll sind, hängt von deinem Ziel ab — Beschwerden vorbeugen braucht einen anderen Zeitraum als die Vorbereitung auf einen bestimmten Termin.
Prehab oder Physiotherapie — was ist der Unterschied?
Die beiden schließen einander nicht aus, sie setzen an verschiedenen Punkten an.
Physiotherapie ist eine Behandlung. Es gibt einen Anlass — Schmerzen, eine Verletzung, eine Einschränkung — und ein Befund, aus dem sich die Behandlung ergibt. Bei einer ärztlichen Verordnung kann sie von der Krankenkasse teilweise rückerstattet werden.
Prehab ist Training mit therapeutischer Begleitung. Es braucht keinen Beschwerdeanlass, sondern setzt bei der Belastbarkeit an. Weil es keine Krankenbehandlung ist, gelten dafür andere Regeln — was du zur Abrechnung wissen solltest, steht im Artikel Was kostet Physiotherapie.
In der Praxis geht beides oft ineinander über: Wer nach einer Behandlung beschwerdefrei ist, will die gewonnene Belastbarkeit meist nicht wieder verlieren. Genau dort beginnt Prehab.
Prehab vor einer geplanten Operation
Ein häufiger Anlass ist eine bevorstehende Operation, etwa am Knie oder an der Hüfte. Wer mit möglichst guter Kraft, Beweglichkeit und Belastbarkeit in den Eingriff geht, hat danach weniger aufzuholen.
Sinnvoll sind in dieser Zeit vor allem drei Dinge: die vorhandene Beweglichkeit erhalten, die umliegende Muskulatur kräftigen und schon vorab üben, was nach der Operation gebraucht wird — zum Beispiel das Gehen mit Stützkrücken oder das Aufstehen aus dem Sitzen.
Wie viel davon möglich ist, hängt von deinen Beschwerden ab. Bei starken Schmerzen oder deutlichen Einschränkungen wird angepasst, was und wie viel geübt wird. Maßgeblich sind immer die Vorgaben deiner Ärztin oder deines Arztes.
Wie es nach dem Eingriff weitergeht, steht im Artikel Nach der Knie- oder Hüftoperation: wie die Reha abläuft.
Wann Prehab nicht das Richtige ist
Prehab ersetzt keine Abklärung. Wenn du akute, starke oder ungewöhnliche Beschwerden hast, gehört zuerst geklärt, was dahintersteckt. Dasselbe gilt, wenn Beschwerden nach einer Verletzung neu auftreten oder sich plötzlich verschlechtern.
Auch während einer laufenden Behandlung gilt: Was gerade sinnvoll ist, richtet sich nach dem Befund und nach den ärztlichen Vorgaben — nicht nach einem Trainingsplan.
Und Prehab ist kein Versprechen. Es senkt kein Risiko auf null und garantiert keinen bestimmten Verlauf. Was es leisten kann, ist deinen Körper auf Belastungen vorzubereiten, die ohnehin kommen.
Prehab bei Max Moves in Melk
Das Prehab-Programm gibt es bei Max Moves am Standort Melk. Es ist für alle Alters- und Leistungsgruppen gedacht und wird auf deine Ziele und deine körperlichen Voraussetzungen abgestimmt.
Ablauf, Team und aktuelle Angebote findest du unter Prehab. Wenn du dir nicht sicher bist, ob Prehab zu deiner Situation passt oder ob zuerst eine Behandlung sinnvoll ist, hilft ein Blick auf die Physiotherapie — oder du fragst einfach nach.
Über den Autor

Markus Trattner, BSc
Physiotherapeut · selbstständig seit 2014 in Physiotherapie und Rehabilitation
- Physiotherapeut, Fachhochschule St. Pölten (Jahrgang 11/14)
- Diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger, Krankenpflegeschule Scheibbs
- Fitnesstrainer B-Lizenz, BSA Wien
- Zertifizierter LifeKinetik-Trainer
„Es verändert sich Nichts ohne dein Tun.“


