Nach der Knie- oder Hüftoperation: wie die Reha abläuft

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Nach einer Knie- oder Hüftoperation beginnt die Rehabilitation meist schon im Spital und wird nach der Entlassung mit Physiotherapie, gezielten Übungen und einem schrittweisen Belastungsaufbau fortgesetzt. Wie schnell du Fortschritte machst und wie lange die Physiotherapie dauert, hängt stark vom Eingriff, deinem Alter, deiner Vorgeschichte und vor allem von den Vorgaben der Operateurin oder des Operateurs ab.

Die ersten Tage: Schwellung reduzieren, bewegen, sicher gehen

In den ersten Tagen nach einer Knie- oder Hüftoperation geht es nicht darum, möglichst viel zu trainieren. Im Mittelpunkt stehen eine sichere Mobilisation, die ersten Bewegungen des Gelenks und das Gehen mit geeigneten Hilfsmitteln.

Eine gewisse Schwellung und Schmerzen rund um das operierte Gelenk sind nach einem Eingriff häufig. Gleichzeitig wird meist früh damit begonnen, das Bein wieder zu bewegen und die Muskulatur anzusteuern. Je nach Operation kann das bereits im Spital unter physiotherapeutischer Anleitung passieren.

Ein wichtiger Teil ist das Gehen mit Stützkrücken. Du lernst, wie du aufstehst, dich hinsetzt, kurze Strecken gehst und Stufen bewältigst. Dabei gilt nicht für alle dieselbe Belastung. Manche dürfen das operierte Bein früh stärker belasten, bei anderen ist vorübergehend nur eine Teilbelastung erlaubt.

Entscheidend ist deshalb immer der Entlassungsbrief beziehungsweise die konkrete Vorgabe der Operateurin oder des Operateurs. Diese Vorgaben haben Vorrang vor allgemeinen Empfehlungen und auch vor Trainingsplänen aus dem Internet.

Die Wochen danach: Beweglichkeit, Kraft und Gangbild verbessern

Nach der ersten Phase verschiebt sich der Schwerpunkt. Jetzt geht es darum, die Beweglichkeit weiterzuentwickeln, Kraft zurückzugewinnen und wieder möglichst sicher und gleichmäßig zu gehen.

Nach einer Knieoperation kann zum Beispiel das Beugen und Strecken des Knies ein wichtiges Thema sein. Nach einer Hüftoperation stehen häufig die Kontrolle des Beckens, die Kraft der hüftumgebenden Muskulatur und ein stabiles Gangbild im Vordergrund. Mit „Gangbild“ ist gemeint, wie du gehst: etwa Schrittlänge, Belastungsverteilung und die Bewegung von Hüfte, Knie und Fuß.

Auch alltägliche Aufgaben werden zunehmend wichtiger. Dazu gehören Aufstehen, Stiegensteigen, längere Gehstrecken oder das sichere Bewegen im Haushalt. Welche Übungen sinnvoll sind, hängt von deinem Eingriff und deinem aktuellen Zustand ab.

Bei einer Knie-TEP – also einer Totalendoprothese, bei der das Kniegelenk durch ein künstliches Gelenk ersetzt wird – kann die Nachbehandlung anders aussehen als nach einer kleineren Knieoperation. Dasselbe gilt für unterschiedliche Operationstechniken an der Hüfte. Deshalb gibt es keinen Reha-Plan, der für alle gleichermaßen passt.

Später: Belastung steigern und zurück zu Alltag, Arbeit und Sport

Wenn Beweglichkeit, Kraft und Sicherheit zunehmen, wird die Belastung schrittweise gesteigert. Die Übungen werden anspruchsvoller und orientieren sich stärker an deinen persönlichen Zielen.

Für manche ist das Ziel, wieder längere Spaziergänge zu schaffen oder ohne Stützkrücken sicher unterwegs zu sein. Andere möchten wieder arbeiten, Rad fahren, wandern oder zu einer bestimmten Sportart zurückkehren. Bei körperlich belastender Arbeit sind oft andere Voraussetzungen notwendig als bei einer sitzenden Tätigkeit.

Wann diese nächste Phase beginnt, lässt sich nicht pauschal festlegen. Nach einem Gelenkersatz kann die Erholung mehrere Monate dauern. Nach anderen Eingriffen kann der Verlauf deutlich kürzer oder auch länger sein. Alter, allgemeiner Gesundheitszustand, Muskelkraft vor der Operation, Begleiterkrankungen und die genaue Operation spielen dabei eine Rolle.

Für Sport gilt ebenfalls: Nicht nur das Datum nach der Operation entscheidet. Wichtig ist, ob Beweglichkeit, Kraft, Koordination und Belastbarkeit ausreichend vorhanden sind – und ob die jeweilige Aktivität von ärztlicher Seite freigegeben wurde.

Wie lange braucht man Physiotherapie nach einer Knie- oder Hüftoperation?

Auf die Frage „Wie lange Physiotherapie nach einer Knieprothese?“ gibt es deshalb keine fixe Antwort. Manche Menschen brauchen über einen überschaubaren Zeitraum intensive Unterstützung, andere werden über einen längeren Zeitraum mit größeren Abständen begleitet.

Die Physiotherapie wird laufend an deinen Fortschritt angepasst. Zu Beginn kann mehr Anleitung notwendig sein. Später wird das selbstständige Üben wichtiger. Ziel ist nicht, möglichst viele Termine zu absolvieren, sondern dass du zwischen den Einheiten sinnvoll weiterarbeiten kannst.

Dabei gilt: Regelmäßigkeit bringt meist mehr als einzelne sehr intensive Trainingseinheiten. Übungen sollen zu deinem aktuellen Heilungsverlauf passen und so dosiert sein, dass dein Gelenk die Belastung gut verarbeitet. Wenn du an einem Tag zu viel machst und danach deutlich mehr Schmerzen oder Schwellung hast, kann das den weiteren Aufbau erschweren.

Ein realistisches Heimprogramm besteht deshalb oft aus wenigen Übungen, die du sauber und regelmäßig durchführen kannst. Wie häufig und mit welcher Belastung du trainierst, sollte individuell mit deiner Physiotherapeutin oder deinem Physiotherapeuten abgestimmt werden.

Warum die Vorgaben nach der Operation immer Vorrang haben

Nach einer Knie- oder Hüftoperation gibt es nicht nur unterschiedliche Eingriffe, sondern auch unterschiedliche Vorgaben für die Nachbehandlung. Das betrifft zum Beispiel die erlaubte Belastung, bestimmte Bewegungsgrenzen, den Einsatz von Stützkrücken oder den Zeitpunkt, ab dem einzelne Aktivitäten wieder sinnvoll sind.

Diese Vorgaben kommen von der Operateurin oder dem Operateur und müssen in der Physiotherapie berücksichtigt werden. Sie kennen den konkreten Eingriff, die verwendete Operationstechnik und mögliche Besonderheiten während der Operation.

Wenn du einen Entlassungsbrief, Operationsbericht oder Reha-Plan erhalten hast, nimm ihn deshalb zur ersten Physiotherapie mit. So kann die Behandlung darauf abgestimmt werden.

Auch wenn sich das Bein bereits gut anfühlt, solltest du Belastungsgrenzen nicht eigenständig überschreiten. Umgekehrt bedeutet ein langsamerer Verlauf nicht automatisch, dass etwas nicht stimmt. Die Zeit bis zur Rückkehr in Alltag, Arbeit oder Sport kann nach Knie- und Hüftoperationen stark schwanken.

Wann du ärztlich abklären lassen solltest

Eine gewisse Schwellung, Wundempfindlichkeit und Belastungsreaktion können nach einer Operation vorkommen. Es gibt aber Beschwerden, die nicht einfach mit mehr Training behandelt werden sollten.

Melde dich bei deiner behandelnden Ärztin, deinem behandelnden Arzt oder der operierenden Stelle, wenn die Schwellung deutlich zunimmt, das Gelenk oder die Wunde stärker gerötet oder überwärmt ist, Fieber auftritt oder plötzlich starke Schmerzen entstehen. Auch neue oder deutlich zunehmende Wadenschmerzen sollten rasch abgeklärt werden, weil sie unter anderem auf ein Blutgerinnsel hinweisen können.

Dasselbe gilt, wenn sich dein Zustand plötzlich verschlechtert oder du das operierte Bein auf einmal deutlich schlechter belasten kannst als zuvor. Bei Atemnot oder Brustschmerzen nach einer Operation ist eine sofortige medizinische Abklärung notwendig.

Im Zweifel gilt: Lass Beschwerden ärztlich abklären, bevor du weitertrainierst. Physiotherapie kann den Reha-Prozess begleiten, ersetzt aber keine medizinische Abklärung möglicher Komplikationen.

Physiotherapie nach Knie- und Hüftoperation in Melk und Amstetten

Bei Max Moves begleiten wir dich in Melk und Amstetten bei der physiotherapeutischen Nachbehandlung nach Knie- und Hüftoperationen. Die Operation selbst ist kein Angebot von Max Moves; wir übernehmen die physiotherapeutische Rehabilitation und den schrittweisen Aufbau danach.

Mehr zur Behandlung findest du unter Physiotherapie. Wenn du dich bereits vor einem geplanten Eingriff gezielt auf die Zeit danach vorbereiten möchtest, findest du weitere Informationen unter Prehab.

Über den Autor

Markus Trattner, Physiotherapeut, Max Moves GBZ Melk

Markus Trattner, BSc

Physiotherapeut · selbstständig seit 2014 in Physiotherapie und Rehabilitation

„Es verändert sich Nichts ohne dein Tun.“

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